Blick in die Seifenküche

Wissenswertes:

 

Im Kaltverfahren hergestellte Seifen sind wegen ihrer unverseiften Anteile der pflegenden Öle und den natürlichen Farb- und Duftstoffe nur begrenzt haltbar. Ich empfehle die Seifen innerhalb von 12 Monaten aufzubrauchen.

Damit die Qualität gewährleistet bleibt, sollten die Seifen vor dem Gebrauch an einem dunklen, kühlen und trockenen Ort aufbewahrt werden.

  

Vorsicht, Seifenschaum brennt in den Augen.

 

Die Haut, der Spiegel unserer Seele und unserer Gesundheit, ist das grösste Sinnesorgan. Neben der Leber, der Niere und des Darms zählt sie zu den wichtigsten Organen für die körpereigene Entgiftung und schützt vor Umwelteinflüssen.

Schweiss- und Talgdrüsen dienen als Ventil und bilden den Säureschutzmantel, der die Haut vor dem Austrocknen und krankmachenden Keimen schützt. Der gemessene ph-Wert liegt bei ca 4,5 bis 5,5 und variiert mit den Ess- und Lebensgewohnheiten. Im Gegensatz zu den ph neutralen Duschgels, wäscht die basische Seife den sauren Film weg und die pflegenden Wirkstoffe der Pflanzenöle gelangen  in die unteren Hautschichten.

In nur kurzer Zeit regeneriert sich die gesunde Haut nach dem Waschen mit Seife, und der natürliche Schutz wird wieder aufgebaut.

  

Für Kinder unter 4 Jahren sollten Produkte speziell fürs Baby verwendet werden. Die Haut von Kleinkindern ist sehr empfindlich. Die Oberhaut (Epidermis) besitzt noch keinen ausgereiften Säureschutzmantel, die Talgdrüsen funktionieren ungenügend und der schützende Fettfilm fehlt. Dadurch verliert die Haut schnell an Feuchtigkeit und trocknet aus, was die Haut gegenüber Umwelteinflüssen anfälliger macht. Das Waschen mit der Seife würde die sensible Haut zusätzlich austrocknen. Im Fachhandel gibt es spezielle Produkte und eine kompetente Beratung.

 


Feste Pflanzenseifen und Keime:

 

Wissenschaftliche Studien belegen, dass selbst dann, wenn mehrere Menschen das gleiche Seifenstück benutzen, keine Keime weitergegeben werden.

 

 

Warum Seifen Viren zerstören:

 

Seifenmoleküle neutralisieren die Lipidschicht auf der Virenoberfläche und zerstören so den Virus. Damit die Viren kollabieren müssen die Hände gründlich, während der empfohlenen 30 Sekunden, gewaschen werden. 

Darüber hinaus hilft Glyzerin, das auf natürliche Art in den Naturseifen enthalten ist, dass die Hände, trotz dem häufigen Waschen, nicht austrocknen.

Bleiben Sie gesund!

 


Kleine Seifengeschichte:

 

  • 2500 v. Chr. erstes belegtes Seifenrezept auf einer Tontafel eines Sumerer Tuchhändlers. Mit einem Gemisch aus Pottasche und Öl wird Lanolin aus der Schafwolle ausgewaschen.
  • Bereits im 3. Jh. v. Chr. werden Seifen als Heilmittel bei der ärztlichen Behandlung verwendet.
  • Die Römer benutzen zu Beginn die "Sapo" zum frisieren der Haare. Nach und nach wird die Seife auch als Reinigungsmittel genutzt. Der griechische Arzt Galenos, der in Rom wohnhaft war, beschreibt in seinen Aufzeichnungen, wie die Seife die Haut weich macht und den Schmutz von Körper und Kleidern löst.
  • In der Stadt Pompeji, die 79 n. Chr. bei einem Vulkanausbruch vollständig zerstört wurde, finden Archäologen bei den Ausgrabungen eine Seifensiederei.
  • Bereits im 7. Jh. n. Chr. ist den Arabern das Ätzendmachen der Lauge mit Kalk bekannt, daraus entstehen feste Seifen. Noch heute erinnert die herrliche Aleppo Seife an diese Zeit. Die Kunst der Seifenherstellung brachten die Araber nach Spanien und wurde so im gesamten Mittelmeerraum verbreitet. 
  • Im 16./17. Jahrhundert. herrscht der Irrglaube, dass das Waschen mit Wasser krank macht, da so die krankmachenden Keime in den Körper gelangen. Der Adel bevorzugt die Trockenwäsche und die üblen Körperausdünstungen werden mit Parfum überdeckt. Läuse und Flöhe finden ein wahres Paradies unter den bepuderten Perücken und den wallenden Kleidern.
  • Begehrenswert wurde die Seife auch durch ihren Duft, was die Bedeutung des Aufschwungs in Südfrankreich erklärt. Hier wurde von alters her Blumen und Kräuter angebaut. Der Sonnenkönig Louis XIV (1638 - 1715) kümmerte sich höchstpersönlich um die Verbreitung der Seifen. Marseille wird zu einer berühmten Metropole der kostbaren Olivenseifen.
  • In Nordeuropa wurden vorallem weiche Kaliseifen hergestellt, die sogenannte Schmierseife. Versotten wurden billige Öle wie Rapsöl, Hanföl, Leinöl und Tran. Von den Metzgern bezogen die Seifensieder den Talg, der für die weisse Seife unentbehrlich war.
  • Die Kaltverseifung ist bereits seit über 150 Jahren bekannt, jedoch zu Beginn ohne grosse Bedeutung. Die traditionellen Seifen werden im klassischen Verfahren der Heissverseifung hergestellt.
  • Ab Mitte der 1980er Jahre geht der Konsum der festen Seife zurück. Sie wird verdrängt durch Duschgels (flüssige tensidhaltige Produkte), die in den 70er Jahren auf den Markt kommen.
  • Heute gewinnt die Seife wieder an Bedeutung, sie erobert ihren Platz im Badezimmer und beim Händewaschen zurück. Das Bewusstsein wird immer mehr sensibilisiert für weniger Plastik bei der Verpackung und für nachhaltige Produkte.

"Duft und Schaum"

 

Geschichten und Fachwissen rund um das Thema Seife

Die Seifensiederin

Die Handlung spielt in Frankreich im 17. Jahrhundert. Für die abergläubischen Bürger gilt die schöne Ambra als eine Hexe, weil sie betörend duftende Seifen zu sieden versteht. Kurz vor der geplanten Festnahme verhilft ihr der junge Mathieu zur Flucht nach Paris. Bald schon erhält sie einen besonderen Auftrag. Eine Marquise will den König verführen - und bittet Ambra, eine besonders duftende Seife zu sieden.  Sinnlich und voller Dramatik - ein wunderbarer Roman über die Liebe und die geheimen Spiele der Macht. Der Roman gibt Einblick in das Leben im Mittelalter, und der Leser erfährt viel über die Kunst des Seifensiedens.

 

Leider nur als E-Book erhältlich - ISBN 9783841206275

 

 

 

 

 


Die Manufaktur der Düfte

Vom einfachen Seifensieder zur angesehenen Farbrikantendynastie - ein langer und beschwerlicher Weg. Die Geschichte der Familie Ribot und der Erfolg der Seifenproduktion ist gezeichnet von vielen Opfern, die die einzelnen Familienmitglieder erbringen müssen. Gerade die Stellung der Frau ist im späten 19. Jahrhundert noch völlig Abhängig vom Ehemann.  Fritz Ribot, der mit seinen innovativen Ideen, die er auf seinen Reisen erworben hat, die Seifenproduktion revolutioniert, stellt sein Leben ganz in den Dienst der Firma und kümmert sich wenig um seine einsame Frau. Eine Familientragödie entsteht, der Erfolg des Unternehmens muss hart erkämpft und teuer bezahlt werden.

Die Arbeitsbedingungen in den Fabriken sind absolut unmenschlich - zehn Stunden wird pro Tag gearbeitet und das an sechs Tagen pro Woche, mit 2 Ferientagen im Jahr. Für die Sicherheit der Belegschaft wird nichts unternommen, auch in der Seifenfabrik kommt es zu einem tödlichen Unfall und in der benachbarten Nadelfabrik leiden die Arbeiter unter dem Metallstaub, der sich in ihren Lungen ablagert. Eine Arbeiterbewegung entsteht, die sich im Geheimen treffen muss, bis dann endlich die Partei der Sozialdemokraten erlaubt wird.

Der 1. Weltkrieg bringt die Seifenproduktion der Firma zum Erliegen und hat grossen Einfluss auf das Denken der jüngeren Generation der Ribot. Die wirtschaftliche Lage im Nachkriegsdeutschland ist prekär und die Inflation lässt Fabrikanten und Arbeiter ums Überleben kämpfen. Und immer mehr greift der Nationalsozialismus um sich.

 

Die Seifenfabrik Ribot hat tatsächlich existiert und auch die Firmen- und Familiengeschichte ist historisch belegt. Der Roman führt in eine Zeit der politischen Umbrüche und sozialen Ungerechtigkeiten. Ganz nebenher erfährt der interessierte Leser viel über die Seifenherstellung.  Die Romanfiguren, fiktiv oder historisch belegt, werden lebendig dargestellt, man liebt und hasst, leidet mit und wünscht sich oft Gerechtigkeit.

 

Die Autorin Sabine Weigand versteht es die historischen Fakten geschickt in eine spannende Geschichte zu verpacken. Ein Buch das sich mit dem Roman von Thomas Mann, "Buddenbrooks" durchaus messen kann.

 

ISBN 978-3-596-03670-7 Fischer Taschenbuch 

 

 


Bildergebnis für pia hess buch

Die Berner Naturkosmetikerin Pia Hess, verkauft an der Postgasse 27 in Bern in der "Ladenwerkstatt" ihre handgefertigten Naturpflegeprodukte. In ihrem Buch vermittelt die Autorin ihr umfassendes Wissen - kompetent und mit viel Liebe zum Detail. Das Buch ist wunderschön ausgestattet mit Fotografien und Zeichnungen von Wada Jossen. Verantwortlich für Gestaltung ist die Schwester der Autorin, die Steindruckerin Silvia Hess Jossen.

Die informativen Kapitel über Pflanzenöle, ätherische Öle und weitere Rohstoffe, sind eine wahre Entdeckung. Dem interessierten Laien wir das nötige Grundwissen vermittelt und dem Kenner dient das Buch als Nachschlagewerk. Die Rezepte sind einfach und die Einkaufsliste bleibt klein.

Die Leidenschaft der Autorin gehört der Herstellung von Parfums. Zauberhafte Flacons stimmen in das Kapitel über die Parfumherstellung ein. Und beim Lesen der Kopf-, Herz- und Basisnoten kann es schon mal passieren, dass ein Hauch von sommerlichen Zitrusfrüchten oder der Duft nach Lavendel die Nase umschwebt.

 

3. überarbeitete Neuauflage

 

 

Mit neuen Rezepten für die Herstellung von Cremen, Shampoos und Duschgels mit milden Tensiden, Rasier- und Bartöle, Gesichtsöle, Deodorants und Sonnenschutz-Produkten

 

 

 

ISBN 978-3-033-02773-2 

 

 

www.pianaturkosmetik.ch

 

 


Lieselotte will nicht baden

 

 

 

 

Lieselotte und ihre Freunde vom Bauernhof haben sich beim Spielen schmutzig gemacht. Vor dem Schlafengehen müssen alle gebadet werden. Auch Lieselotte, die will aber nicht. Sie versucht es heimlich mit einer kleinen Katzenwäsche. Die Bäuerin kommt ihr jedoch auf die Schliche. Und dann wird es herrlich turbulent. Mit dem Gartenschlauch wird geduscht und dabei fällt gar die Bäuerin in den Schlamm. Schlussendlich landen alle in der Badewanne.

 

978-3-7373-5521-6 FISCHER Sauerländer Verlag

 



Provenzalische Intrige

 

 

 

 

Die Inhaberin der Seifenmanufaktur «Mer des Fleurs» wird tot im Kessel mit dem heissen Seifenleim aufgefunden. Unfall oder Mord – ein Fall für Pierre Durand!

 

Spannung ist garantiert und der interessierten Leser erfährt viel über die Herstellung der traditionellen Savon de Marseille und der Gefahr von billigen Fälschungen auf dem Markt.

 

978-3-7341-0454-1 Blanvalet Taschenbuch