Wissen rund um das Thema Seifen

 

Schützen und pflegen Sie

Ihre Haut 

 

 Gönnen Sie sich einen besonderen Moment

der Achtsamkeit  

 

 

Die Haut, der Spiegel unserer Seele und unserer Gesundheit, ist das grösste Sinnesorgan. Neben der Leber, der Niere und des Darms zählt sie zu den wichtigsten Organen für die körpereigene Entgiftung und schützt vor Umwelteinflüssen.

 

Schweiss- und Talgdrüsen dienen als Ventil und bilden den Säureschutzmantel, der die Haut vor dem Austrocknen und krankmachenden Keimen schützt. Der gemessene pH-Wert liegt bei ca. 4,5 bis 5,5 und ändert mit den Ess- und Lebensgewohnheiten. 

 

Die milden, basischen Seifen reinigen die Haut schonend und gründlich. Durch die Verseifung der Öle und Fette entsteht Glycerin. Der Gehalt an Glycerin in der Seife sorgt für eine rückfettende und pflegende Wirkung. In nur kurzer Zeit regeneriert sich die gesunde Haut und der natürliche Schutz wird wieder aufgebaut.

 

Buchempfehlung: Pia Hess, Naturkosmetik

 

Natürliche Pflege zum selber machen 

 

Die Berner Naturkosmetikerin Pia Hess, verkauft in Bern in der "Ladenwerkstatt" ihre handgefertigten Naturpflegeprodukte. In ihrem Buch vermittelt die Autorin ihr umfassendes Wissen - kompetent und mit viel Liebe zum Detail.

Die informativen Kapitel über Pflanzenöle, ätherische Öle und weitere Rohstoffe, sind eine wahre Entdeckung.

 

Dem interessierten Laien wir das nötige Grundwissen vermittelt und dem Kenner dient das Buch als Nachschlagewerk. Die Rezepte sind einfach und die Einkaufsliste bleibt klein. Die Leidenschaft der Autorin gehört der Herstellung von Parfums.

 

Die 3. überarbeitete Auflage ist 2019 erschienen, mit neuen Rezepten für die Herstellung von Cremen, Shampoos und Duschgels mit milden Tensiden, Rasier- und Bartöle, Gesichtsöle, Deodorants und Sonnenschutz-Produkten.

Gebundene Ausgabe erschienen im Eigenverlag

ISBN 978-3-033-02773-2


Eingeseift oder etwas Chemie

 

Meine Seifen sind im schonenden Kaltverfahren hergestellt. Die Öle und Fette werden bei 37 Grad verarbeitet. Verwendet wird bei diesem Prozess Natriumhydroxid (chemische Formel NaOH), ein weisser, hygroskopischer Feststoff, der auch unter dem Namen Ätznatron bekannt ist. Die kleinen Perlen lösen sich unter Wärmeentwicklung in einer Flüssigkeit auf und eine alkalische Lösung, die Natronlauge, entsteht. 

Die ausgeformten, frischen Seifen müssen anschliessend während vier bis sechs Wochen ausreifen.

Seifen sind Emulgatoren, die Fett und Wasser miteinander verbinden. Seifen haben reinigende, entfettende und schaumbildende Eigenschaften. Der Schmutz wird gebunden und mit Wasser fortgespült.

 

Die pflanzlichen Öle verfügen über unterschiedlich schäumende Eigenschaften. Das Schaumverhalten einer Seife hängt davon ab, welche Öle verwendet werden.

 

Beim Verseifungsprozess werden Salze gebildet. Seifen sind Natrium- oder Kaliumsalze von Fettsäuren, die als Tenside (waschaktive Substanz) verwendet werden. Die alkalische Lauge verliert ihre ätzende Wirkung nach der vollständigen Reifung.

 

Bei der Produktion der Kernseife wird nach dem Verseifungsprozess Natriumchlorid (Kochsalz) zugegeben. Durch das Aussalzen trennt sich das Glycerin. Die gebildete Kernseife schwimmt oben auf und wird abgeschöpft. Die glycerinhaltige Unterlauge ist ein wertvoller Rohstoff und dient z.B. der Kosmetikindustrie oder zur Herstellung von Nitroglycerin. Allerdings geht der Seife damit die pflegende Komponente verloren.

 

Die Schmierseife (auch grüne Seife genannt) gibt es in flüssiger und halbfester Form. Sie wird aus minderwertigen Ölen und Fetten hergestellt. Die Verseifung entsteht mit in Wasser gelöstem Kaliumhydroxid (KOH), der Kalilauge. Die Seife eignet sich vor allem zum Reinigen der Wäsche und zum Putzen.

 

Buchempfehlung: Sandra Cramm, Seifenklassiker

 

 Von Aleppo bis Zahnseife - 200 Jahre Seifentradition

 

Seit Jahrtausenden stellen Menschen Seifen her. Sie finden eine vielfältige Verwendung als Reinigungsmittel, zum Walken von Stoffen oder zur luxuriösen Körperpflege. Tauchen sie ein, in die jahrhundertealte Tradition der Kunst des Seifensiedens und lassen sich verzaubern von den edlen Düften. Schwelgen sie wie Kleopatra in Milch und Honig oder lassen sich von der zart duftenden Rosenseife verführen.

 

Zum Nase rümpfen sind die Antworten zu den Fragen, wozu wird vergorener Urin oder Schweinekot verwendet? Woher stammt der Begriff Gallseife - wird da womöglich tatsächlich Galle gebraucht? Und ist es wahr, dass aus alten Socken Seifen hergestellt wurde? Das und noch viel mehr zur Geschichte und Herstellung von Seifen warten auf die interessierte Leserin und den interessierten Leser.

Books on Demand 

ISBN 978-3-7526-7063-9


Die Seele der Pflanzen

 

Meine Seifen sind beduftet mit ätherischen Ölen, die sich in den Öl-Drüsen der Blüten, Samen, Blätter und Wurzeln der Pflanzen befinden.

 

Mit speziellen Herstellungsverfahren, werden die wertvollen Öle gewonnen. Die am häufigsten angewendete Form ist die Wasserdampfdestillation. Als Nebenprodukt entsteht bei diesem Vorgang das Pflanzen-Hydrolat. 

 

Die Urmedizin der Menschheit

 

Die Duftessenzen finden ihre Anwendung von alters her in Salben und Lotionen und wurde bei Ritualen der Priester in Tempeln verwendet, sowie bei Begräbnissen und zur Einbalsamierung genutzt. 

 

Bereits vor über 5000 Jahren wurde die Wasserdampf-Destillation von Pflanzen in den Hochkulturen Mesopotamiens angewendet, wie ein Fund eines Destilliergerätes bezeugt.

 

In den überlieferten indischen Sanskrit-Aufzeichnungen und der indischen Ayurveda-Heilkunst, dem "Wissen vom Leben" wird die Kunst der Wasserdampf-Destillation von Pflanzen beschrieben.

 

Auch im alten Ägypten war die Destillation von ätherischen Ölen bekannt. Als Archäologen 1923 das Grabmal des Pharaos Tutanchamun (1332-1323 v. Chr.) im Tal der Könige öffneten, bemerkten sie erstaunt, einen feinen Duft nach Lavendel. In edlen Gefässen lagerten kostbare ätherische Öle. Ihre Qualität und die chemische Substanz hatten über die Jahrhunderte hinweg nichts eingebüsst.

 

Die Griechen übernahmen das Wissen von den Ägyptern und die Römer brachten die wertvollen Öle mit den Kriegszügen in ihr Reich.

 

Buchempfehlung: Maria L. Schasteen, Duftmedizin

 

Eine kleine Hausapotheke mit ätherischen Ölen 

 

Die uralte Aromatherapie weiterentwickelt zu einem neuen Ansatz des energetischen Heilens. Pflanzendüfte wirken nicht nur angenehm oder beruhigend, sondern sie können, wissend eingesetzt, eine nachhaltige heilsame Wirkung ausüben.

Die Autorin und Aromatherapeutin Maria L. Schasteen öffnet ein Tor in seelische Innenwelten, in denen auf eine wunderbare, bisher noch nicht erschlossene Weise, Heilung erfolgen kann.

 

Neben der Beschreibung der ätherischen Öle und interessanten Fallbeispielen werden Ölmischungen und deren therapeutische Anwendung aufgelistet, zur Unterstützung bei körperlichen Beschwerden und emotionellen Problemen.

Gebundene Ausgabe erschienen im Crotona Verlag 

ISBN 978-3-86191-074-9


Natürliche Färbung

 

Die Pflanzenöle schenken der Seife ihre natürliche Färbung. Für spezielle Finessen, verwende ich Tonerde und gemahlene Annatto-Samen

 

Tonerde (auch Lava-Erde oder Heilerde genannt) ist reich an Mineralstoffen, wie Silicium, Magnesium, Eisen, Calcium und Natrium.

In der Kosmetik hat Tonerde eine jahrtausendealte Tradition. Sie reinigt und pflegt die empfindliche Haut.

Der natürliche Farbton ist weiss, grün, gelb, rot oder rosa. Die blaue Tonerde ist eine Mischung aus Kaolin und Ultramarin.

 

Die orange-gelben Annatto-Samen stammen vom Orleanstrauch, der im tropischen Südamerika beheimatet ist. Die Samen dienen als Gewürz oder zum Färben von Lebensmittel und Gewebe.


Kleine Geschichte der Seife

  • 2500 v. Chr. erstes belegtes Seifenrezept auf einer Tontafel eines Sumerer Tuchhändlers. Mit einem Gemisch aus Pottasche und Öl wurde Lanolin aus der Schafwolle ausgewaschen. Um Pottasche herzustellen, rührte man Asche in Wasser und anschliessend wurde das Gemisch im Pottaschen-Brenner ausgelaugt.
  • Die Römer benutzten zu Beginn die "Sapo" zum Frisieren der Haare. Nach und nach wurde die Seife auch als Reinigungsmittel genutzt. Der griechische Arzt Galenos, der in Rom wohnhaft war, beschrieb in seinen Aufzeichnungen, wie die Seife die Haut weich macht und den Schmutz vom Körper und von den Kleidern löst.
  • In der Stadt Pompeji, die 79 n. Chr. bei einem Vulkanausbruch vollständig zerstört wurde, fanden Archäologen bei den Ausgrabungen eine Seifensiederei.
  • Bereits im 7. Jh. n. Chr. war den Arabern die Kunst des Seifensiedens bekannt. Noch heute erinnert die herrliche Aleppo Seife an diese Zeit. Die Araber brachten die Seife nach Spanien und so wurde sie im gesamten Mittelmeerraum verbreitet. 
  • Im 16./17. Jahrhundert. herrschte der Irrglaube, dass das Waschen mit Wasser krank macht, da so die krankmachenden Keime in den Körper gelangen. Der Adel bevorzugte die Trockenwäsche und die üblen Körperausdünstungen wurden mit Parfum überdeckt. Läuse und Flöhe fanden ein wahres Paradies unter den gepuderten Perücken und in den wallenden Kleidern.

Buchempfehlung: Angeline Bauer, Die Seifensiederin

 

Die Handlung spielt in Frankreich im 17. Jahrhundert. Für die abergläubischen Bürger gilt die schöne Ambra als Hexe, weil sie betörend duftende Seifen zu sieden versteht. Kurz vor der geplanten Festnahme verhilft ihr der junge Mathieu zur Flucht nach Paris. Bald schon erhält sie einen besonderen Auftrag. Eine Marquise will den König verführen - und bittet Ambra, eine besonders duftende Seife zu sieden. 

Nur als E-Book erhältlich - ISBN 9783841206275

  • Begehrenswert wurde die Seife auch durch ihren Duft, was die Bedeutung des Aufschwungs in Südfrankreich erklärt. Hier wurde von alters her Blumen und Kräuter angebaut. Der Sonnenkönig Louis XIV (1638 - 1715) kümmerte sich höchstpersönlich um die Verbreitung der Seifen. Marseille ist bis heute eine berühmte Metropole der kostbaren Oliven-Seifen.
  • In Nordeuropa wurden vor allem weiche Kali-Seifen hergestellt, die sogenannte Schmierseife. Billige Öle, wie Rapsöl, Hanföl, Leinöl und Tran wurden versotten. Von den Metzgern bezogen die Seifensieder den Talg, der für die weisse Seife unentbehrlich war.
  • Die Kaltverseifung ist bereits seit über 150 Jahren bekannt, jedoch zu Beginn ohne grosse Bedeutung. Die traditionellen Seifen werden auch in der Gegenwart im klassischen Verfahren der Heissverseifung gesiedet.
  • Um das Jahr 1840 starben in Europa viele Mütter nach der Geburt am Kindbettfieber. Der Arzt Ignaz Semmelweis konnte nachweisen, dass dies auf mangelnde Hygiene beim Händewaschen der behandelten Ärzte zurückzuführen war. Die Sterblichkeit der Frauen ging rapide zurück, als die Hände und die Instrumente desinfiziert wurden. Leider wurde Semmelweis die Anerkennung für seine Theorie aberkannt.
  • Ab Mitte der 1980er Jahre ging der Konsum der festen Seife zurück. Sie wurde mehr und mehr verdrängt durch Duschgels, die in den 70er Jahren auf den Markt kamen.
  • Heute gewinnt die Seife wieder an Akzeptanz, sie erobert ihren Platz im Badezimmer und beim Händewaschen zurück. Das Bewusstsein wird immer mehr sensibilisiert für weniger Plastik bei der Verpackung und für nachhaltige Produkte. Die Corona Pandemie hat einmal mehr die Bedeutung der Seife zur Desinfektion aufgezeigt.

 

Seifen-Tradition in der Schweiz

 

Stilisierte Ansicht der Seifenfabrik Lenzburg, 1909

 

Bild: Sonderausstellung 2020, Museum Burghalde 

 

Quellen:

Duftmedizin, Schasteen, Maria L., 2016 

Naturkosmetik, Hess Pia, 2. Auflage, 2014

Seifenklassiker, Sandra Cramm

Bildmaterial der Buchcover: buchhaus.ch