Aktueller Buchtipp

 

Irene Friedl-Gschiel, Feine Naturseifen

 

Sie möchten selber feine Seifen, Badekugeln und feste Haarshampoos herstellen? Dieses Buch bietet Ihnen eine gute Einführung mit 40 tollen Rezeptideen.

 

Besonders gefreut hat mich, dass alle Rezepturen im Buch palmölfrei sind.

  

Viel Freude an dem schönen Hobby!

 

Gebundene Ausgabe erschienen im Ökobuch Verlag GmbH

ISBN 978-3-947021-11-6 

 

Wichtig bei der Seifenherstellung:  Bitte beachten Sie unbedingt die Sicherheitsvorschriften oder noch besser, besuchen Sie einen Kurs für Anfänger und lernen Sie Schritt für Schritt, wie eine Seife entsteht.

  

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Gerne empfehle ich Ihnen den Armonia Shop in Sargans, für den Bezug der Rohstoffe zur Herstellung von Naturkosmetik. Die Auswahl ist gross und die Produkte sind von hochwertiger Qualität. Fragen werden freundlich und kompetent beantwortet.


Körperpflege mit festen Seifen

 

Seifen sind Emulgatoren, die Fett und Wasser miteinander verbinden. Sie haben reinigende, entfettende und schaumbildende Eigenschaften. Der Schmutz wird gebunden und mit Wasser fortgespült.

 

Die pflanzlichen Öle verfügen über unterschiedlich schäumende Eigenschaften. Das Schaumverhalten einer Seife hängt davon ab, welche Öle verwendet werden.

  

Vor dem Gebrauch, sollte die Seife gut aufgeschäumt werden. Zum Verteilen auf der Haut eignet sich das Sisal Seifensäckchen oder ein Frottee Handschuh. Nach dem Einseifen den Schaum gut mit reichlich Wasser abduschen

Achtung, Seifenschaum brennt in den Augen! Wenn es trotzdem mal passiert, gut mit kaltem Wasser ausspülen.  

 

Angaben zum Gewicht Während der Reifung verlieren die Seifen Wasser, daher kann es zu geringen Abweichungen kommen.

Haltbarkeit der Seifen Abhängig von den unverseifbaren Anteilen der pflegenden Pflanzenöle sind Naturseifen nur begrenzt haltbar. Die Intensität des Duftes und die Farbe können sich mit der Zeit verändern. Die neu erworbene Seife sollte vor dem Gebrauch kühl und dunkel gelagert werden.

Hinweis für Allergiker Die verwendeten natürlichen Rohstoffe sind hautfreundlich und schonend. Naturseifen werden von Menschen mit empfindlicher Haut sehr geliebt und gut vertragen.  

Bei den Allergenen handelt es sich um natürliche Komponente der naturreinen ätherischen Öle. Die deklarationspflichtigen Allergene, die in den verwendeten ätherischen Ölen vorkommen, sind bei den Inhaltsstoffen aufgeführt.

Seifen und Keime Wissenschaftliche Studien belegen, dass selbst dann, wenn mehrere Menschen das gleiche Seifenstück benutzen, die Seife keimfrei bleibt.

Seifen und Viren Seifenmoleküle neutralisieren die Lipidschicht auf der Virenoberfläche und zerstören so den Virus. Damit die Viren kollabieren müssen die Hände gründlich, während der empfohlenen 30 Sekunden, gewaschen werden. 

Babys und Kleinkinder Für Kinder unter 3 Jahren sollten Produkte speziell fürs Baby verwendet werden. Die Haut von Kleinkindern ist sehr empfindlich. Die Oberhaut (Epidermis) besitzt noch keinen ausgereiften Säureschutzmantel, die Talgdrüsen funktionieren ungenügend und der schützende Fettfilm fehlt. Dadurch verliert die Haut schnell an Feuchtigkeit und trocknet aus, was die Haut gegenüber Umwelteinflüssen anfälliger macht. Das Waschen mit der Seife würde die sensible Haut zusätzlich austrocknen. Im Fachhandel gibt es spezielle Produkte und eine kompetente Beratung.

Tipp zum Haarewaschen mit Seifen

Die Seife mit den Händen aufschäumen und ins nasse Haar und auf der Kopfhaut einmassieren. Anschliessend mit handwarmem oder kaltem Wasser gut ausspülen.

Eine Spülung mit Essigwasser schenkt dem Haar mehr Glanz und macht das Haar besser kämmbar. Der pH-Wert der Seife wird neutralisiert und Seifen- und Kalkrückstände werden schonend ausgespült.

Rezept: 1 Liter Wasser und 2 Esslöffel BIO Apfelessig zusammen mischen - für blondes Haar kann auch Kamillentee verwendet werden und für braunes und schwarzes Haar wird der Essig mit Schwarztee gemischt.

Anwendung: Nach dem Waschen mit Seife, die Spülung auf dem Haar und der Kopfhaut verteilen und leicht einmassieren. Das Auswaschen mit Wasser ist nicht unbedingt nötig, da sich der Essiggeruch verflüchtigt. Wenn nicht darauf verzichtet werden kann, unbedingt kaltes Wasser verwenden.

 

Buchempfehlung: Pia Hess, Naturkosmetik

 

Natürliche Pflege zum selber machen 

 

Die Berner Naturkosmetikerin Pia Hess, verkauft in Bern in der "Ladenwerkstatt" ihre handgefertigten Naturpflegeprodukte. In ihrem Buch vermittelt die Autorin ihr umfassendes Wissen, kompetent und mit viel Liebe zum Detail.

Die informativen Kapitel über Pflanzenöle, ätherische Öle und weitere Rohstoffe, sind eine wahre Entdeckung.

 

Dem interessierten Laien wir das nötige Grundwissen vermittelt und dem Kenner dient das Buch als Nachschlagewerk. Die Rezepte sind einfach und die Einkaufsliste bleibt klein. Die Leidenschaft der Autorin gehört der Herstellung von Parfums.

 

Die 3. überarbeitete Auflage ist 2019 erschienen, mit neuen Rezepten für die Herstellung von Cremen, Shampoos und Duschgels mit milden Tensiden, Rasier- und Bartöle, Gesichtsöle, Deodorants und Sonnenschutz-Produkten.

Gebundene Ausgabe erschienen im Eigenverlag 

ISBN 978-3-033-02773-2


Die Seele der Pflanzen

 

Meine Seifen sind beduftet mit ätherischen Ölen, die sich in den Öl-Drüsen der Blüten, Samen, Blätter und Wurzeln der Pflanzen befinden.

 

Mit speziellen Herstellungsverfahren, werden die wertvollen Öle gewonnen. Die am häufigsten angewendete Form ist die Wasserdampfdestillation. Als Nebenprodukt entsteht bei diesem Vorgang das Pflanzen-Hydrolat. 

 

Die Urmedizin der Menschheit

 

Die Duftessenzen finden ihre Anwendung von alters her in Salben und Lotionen und wurde bei Ritualen der Priester in Tempeln verwendet, sowie bei Begräbnissen und zur Einbalsamierung genutzt. 

 

Bereits vor über 5000 Jahren wurde die Wasserdampf-Destillation von Pflanzen in den Hochkulturen Mesopotamiens angewendet, wie ein Fund eines Destilliergerätes bezeugt.

 

In den überlieferten indischen Sanskrit-Aufzeichnungen und der indischen Ayurveda-Heilkunst, dem "Wissen vom Leben" wird die Kunst der Wasserdampf-Destillation von Pflanzen beschrieben.

 

Auch im alten Ägypten war die Destillation von ätherischen Ölen bekannt. Als Archäologen 1923 das Grabmal des Pharaos Tutanchamun (1332-1323 v. Chr.) im Tal der Könige öffneten, bemerkten sie erstaunt, einen feinen Duft nach Lavendel. In edlen Gefässen lagerten kostbare ätherische Öle. Ihre Qualität und die chemische Substanz hatten über die Jahrhunderte hinweg nichts eingebüsst.

 

Die Griechen übernahmen das Wissen von den Ägyptern und die Römer brachten die wertvollen Öle mit den Kriegszügen in ihr Reich.

 

Buchempfehlung: Maria L. Schasteen, Duftmedizin

 

Eine kleine Hausapotheke mit ätherischen Ölen 

 

Die uralte Aromatherapie weiterentwickelt zu einem neuen Ansatz des energetischen Heilens. Pflanzendüfte wirken nicht nur angenehm oder beruhigend, sondern sie können, wissend eingesetzt, eine nachhaltige heilsame Wirkung ausüben.

Die Autorin und Aromatherapeutin Maria L. Schasteen öffnet ein Tor in seelische Innenwelten, in denen auf eine wunderbare, bisher noch nicht erschlossene Weise, Heilung erfolgen kann.

 

Neben der Beschreibung der ätherischen Öle und interessanten Fallbeispielen werden Ölmischungen und deren therapeutische Anwendung aufgelistet, zur Unterstützung bei körperlichen Beschwerden und emotionellen Problemen.

Gebundene Ausgabe erschienen im Crotona Verlag 

ISBN 978-3-86191-074-9


Verseift oder etwas Chemie

 

Meine Seifen sind im schonenden Kaltverfahren hergestellt. Die Öle und Fette werden bei 37 Grad verarbeitet. Verwendet wird bei diesem Prozess Natriumhydroxid (chemische Formel NaOH), ein weisser, hygroskopischer Feststoff, der auch unter dem Namen Ätznatron bekannt ist. Die kleinen Perlen lösen sich unter Wärmeentwicklung in einer Flüssigkeit auf und eine alkalische Lösung, die Natronlauge, entsteht. 

Die ausgeformten, frischen Seifen müssen anschliessend während vier bis sechs Wochen ausreifen.

 

Beim Verseifungsprozess werden Salze gebildet. Seifen sind Natrium- oder Kaliumsalze von Fettsäuren, die als Tenside (waschaktive Substanz) verwendet werden. Die alkalische Lauge verliert ihre ätzende Wirkung nach der vollständigen Reifung.

 

Bei der Produktion der Kernseife wird nach dem Verseifungsprozess Natriumchlorid (Kochsalz) zugegeben. Durch das Aussalzen trennt sich das Glycerin. Die gebildete Kernseife schwimmt oben auf und wird abgeschöpft. Die glycerinhaltige Unterlauge ist ein wertvoller Rohstoff und dient z.B. der Kosmetikindustrie oder zur Herstellung von Nitroglycerin. Allerdings geht der Seife damit die pflegende Komponente verloren.

 

Die Schmierseife (auch grüne Seife genannt) gibt es in flüssiger und halbfester Form. Sie wird aus minderwertigen Ölen und Fetten hergestellt. Die Verseifung entsteht mit in Wasser gelöstem Kaliumhydroxid (KOH), der Kalilauge. Die Seife eignet sich vor allem zum Reinigen der Wäsche und zum Putzen.

 

Buchempfehlung: Sandra Cramm, Seifenklassiker

 

 Von Aleppo bis Zahnseife - 200 Jahre Seifentradition

 

Seit Jahrtausenden stellen Menschen Seifen her. Sie finden eine vielfältige Verwendung als Reinigungsmittel, zum Walken von Stoffen oder zur luxuriösen Körperpflege. Tauchen sie ein, in die jahrhundertealte Tradition der Kunst des Seifensiedens und lassen sich verzaubern von den edlen Düften. Schwelgen sie wie Kleopatra in Milch und Honig oder lassen sich von der zart duftenden Rosenseife verführen.

 

Zum Nase rümpfen sind die Antworten zu den Fragen, wozu wird vergorener Urin oder Schweinekot verwendet? Woher stammt der Begriff Gallseife - wird da womöglich tatsächlich Galle gebraucht? Und ist es wahr, dass aus alten Socken Seifen hergestellt wurde? Das und noch viel mehr zur Geschichte und Herstellung von Seifen warten auf die interessierte Leserin und den interessierten Leser.

Books on Demand 

ISBN 978-3-7526-7063-9


Kleine Geschichte der Seife

  • 2500 v. Chr. erstes belegtes Seifenrezept auf einer Tontafel eines Sumerer Tuchhändlers. Mit einem Gemisch aus Pottasche und Öl wurde Lanolin aus der Schafwolle ausgewaschen. Um Pottasche herzustellen, rührte man Asche in Wasser und anschliessend wurde das Gemisch im Pottaschen-Brenner ausgelaugt.
  • Die Römer benutzten zu Beginn die "Sapo" zum Frisieren der Haare. Nach und nach wurde die Seife auch als Reinigungsmittel genutzt. Der griechische Arzt Galenos, der in Rom wohnhaft war, beschrieb in seinen Aufzeichnungen, wie die Seife die Haut weich macht und den Schmutz vom Körper und von den Kleidern löst.
  • In der Stadt Pompeji, die 79 n. Chr. bei einem Vulkanausbruch vollständig zerstört wurde, fanden Archäologen bei den Ausgrabungen eine Seifensiederei.
  • Bereits im 7. Jh. n. Chr. war den Arabern die Kunst des Seifensiedens bekannt. Noch heute erinnert die herrliche Aleppo Seife an diese Zeit. Die Araber brachten die Seife nach Spanien und so wurde sie im gesamten Mittelmeerraum verbreitet. 
  • Im 16./17. Jahrhundert. herrschte der Irrglaube, dass das Waschen mit Wasser krank macht, da so die krankmachenden Keime in den Körper gelangen. Der Adel bevorzugte die Trockenwäsche und die üblen Körperausdünstungen wurden mit Parfum überdeckt. Läuse und Flöhe fanden ein wahres Paradies unter den gepuderten Perücken und in den wallenden Kleidern.

Buchempfehlung: Angeline Bauer, Die Seifensiederin

 

Die Handlung spielt in Frankreich im 17. Jahrhundert. Für die abergläubischen Bürger gilt die schöne Ambra als Hexe, weil sie betörend duftende Seifen zu sieden versteht. Kurz vor der geplanten Festnahme verhilft ihr der junge Mathieu zur Flucht nach Paris. Bald schon erhält sie einen besonderen Auftrag. Eine Marquise will den König verführen - und bittet Ambra, eine besonders duftende Seife zu sieden. 

Nur als E-Book erhältlich - ISBN 9783841206275

  • Begehrenswert wurde die Seife auch durch ihren Duft, was die Bedeutung des Aufschwungs in Südfrankreich erklärt. Hier wurde von alters her Blumen und Kräuter angebaut. Der Sonnenkönig Louis XIV (1638 - 1715) kümmerte sich höchstpersönlich um die Verbreitung der Seifen. Marseille ist bis heute eine berühmte Metropole der kostbaren Oliven-Seifen.
  • In Nordeuropa wurden vor allem weiche Kali-Seifen hergestellt, die sogenannte Schmierseife. Billige Öle, wie Rapsöl, Hanföl, Leinöl und Tran wurden versotten. Von den Metzgern bezogen die Seifensieder den Talg, der für die weisse Seife unentbehrlich war.
  • Die Kaltverseifung ist bereits seit über 150 Jahren bekannt, jedoch zu Beginn ohne grosse Bedeutung. Die traditionellen Seifen werden auch in der Gegenwart im klassischen Verfahren der Heissverseifung gesiedet.
  • Um das Jahr 1840 starben in Europa viele Mütter nach der Geburt am Kindbettfieber. Der Arzt Ignaz Semmelweis konnte nachweisen, dass dies auf mangelnde Hygiene beim Händewaschen der behandelten Ärzte zurückzuführen war. Die Sterblichkeit der Frauen ging rapide zurück, als die Hände und die Instrumente desinfiziert wurden. Leider wurde Semmelweis die Anerkennung für seine Theorie aberkannt.
  • Ab Mitte der 1980er Jahre ging der Konsum der festen Seife zurück. Sie wurde mehr und mehr verdrängt durch Duschgels, die in den 70er Jahren auf den Markt kamen.
  • Heute gewinnt die Seife wieder an Akzeptanz, sie erobert ihren Platz im Badezimmer und beim Händewaschen zurück. Das Bewusstsein wird immer mehr sensibilisiert für weniger Plastik bei der Verpackung und für nachhaltige Produkte. Die Corona Pandemie hat einmal mehr die Bedeutung der Seife zur Desinfektion aufgezeigt.

 

Seifen-Tradition in der Schweiz

 

Stilisierte Ansicht der Seifenfabrik Lenzburg, 1909

 

Bild: Sonderausstellung 2020, Museum Burghalde 

 

Quellen:

Duftmedizin, Schasteen, Maria L., 2016 

Naturkosmetik, Hess Pia, 2. Auflage, 2014

Seifenklassiker, Sandra Cramm

Bildmaterial der Buchcover: buchhaus.ch